Rohstoffe gehen verloren

Schrotthändler

Immer mehr Rohstoffe gehen uns aus, obwohl sie einfach auf dem Müll liegen. Immer mehr alte oder defekte Elektrogeräte werden illegal exportiert, wodurch wertvolle Ressourcen verloren gehen.

In Afrika werden die alten Elektrogeräte per Hand demontiert. Dabei können viele Giftstoffe austreten die nicht nur die Umwelt vergiften, sondern auch den Menschen schaden. 

Einige Metalle wie Kupfer oder Aluminium werden weiter nach Asien verkauft, andere wertvolle Stoffe wie Palladium oder Seltene Erden gehen ganz verloren. Mit den entsprechenden Anlagen könnten diese aber zurückgewonnen werden. So bleiben Sie immer auf den Müllhalden und gehen uns verloren.

 

Natürlich gibt es Gesetze gegen die illegale Ausfuhr von Schrott und Elektrogeräten und auch entsprechende Kontrollen werden durchgeführt. Allerdings nutzen die Händler immer neue Tricks um die Gesetze zu umgehen. Bei einer Kontrolle werden beispielsweise in einem Container viele defekte Geräte festgestellt. Kontaktiert man den Händler sagt dieser aus, dass die Geräte in Afrika repariert werden sollen und dann zurückkommen. Daraufhin muss der Container freigegeben werden und die Fracht macht sich auf den Weg nach Afrika.

 

Viele Stoffe, darunter auch Wolfram, Lithium oder Kobalt, stehen mittlerweile auf dem Risiko-Index. China schränkte vor ein paar Jahren die Lieferung einiger Seltener Erden ein was dazu führte, dass Produktionen in Deutschland gedrosselt werden mussten. Seltene Erden werden zum Beispiel für High-Tech Geräte oder Windkraftanlagen benötigt. Fehlen diese, könnte dies dazu führen, dass auch hier das Material für den Export ausgeht. 

 

Was oft vergessen wird ist, dass einige dieser Metalle bei uns vor der Tür liegen. Aus den Elektronikabfällen könnten diese recycelt werden. Betrachtet man eine Tonne Elektronikschrott aus Computern oder Handys, findet man hier circa 150 kg Kupfer, 300 Gramm Silber und 200 Gramm Gold. Dies könnten zu 90 Prozent zurückgewonnen werden. Es ist auch wirtschaftlicher diese Metalle aus den Schrottbeständen zurückzugewinnen als aus Erz zu schürfen, da deutlich weniger Energie benötigt wird. 

 

Besonders wir Deutschen sind besonders gut im Recyceln. 25 Prozent aller Recycling-Anlagen weltweit stammen aus Deutschland und die Techniken werden immer weiterentwickelt. Denn heute können auch weiter Stoffe zurückgewonnen werden. Hierzu gehören Blei, Cadmium oder Seltene Erden. Leider kommt aber immer noch ein großer Teil des wertvollen Stoffs nicht in den Recyclinganlagen an. Viele wertvolle Metalle verschwinden einfach im Restmüll. Wäre es möglich den gesamten Elektroschrott zu recyceln, würde dies die Hälfte des Bedarfs decken können. Im Moment wird die Industrie nur mit 14 Prozent der recycelten Stoffe versorgt. Würde man alles recyceln, könnten fast 90 Milliarden Euro eingespart werden. Und dies jedes Jahr.

Industrie ist vorbildlich

Schon seit vielen Jahren funktioniert das Geschäftsmodell in der Industrie vorbildlich. Die Abfälle werden gesammelt und wieder in den Wertstoffkreislauf überführt. So können viele Stoffe zurückgewonnen werden. Das Problem ist der Endverbraucher. Denn mehr als 40 Prozent aller Elektrogeräte verschwinden einfach im Hausmüll. Und dies sollte geändert werden. Dafür müssen die Endverbraucher aber sensibilisiert werden und dies erfordert neue Maßnahmen. 

 

Aber auch die Produkte müssten sich so ändern, dass es einfach ist sie wieder dem Kreislauf zuzuführen. Erste Ansätze gibt es bereits. Allerdings erfordert dies auch neue Produktionstechniken und die Kosten sind höher. 

Industrie wehrt sich

Es gibt aber auch einige Industriezweige, die sich gegen die Recycling-Auflagen wehren, da hierdurch höhere Kosten entstehen. Aus diesem Grund wurden bereits Ideen wie ein Handypfand der Regierung vorgeschlagen, was aber ungehört blieb. Laut Schätzungen liegen aber allein in Deutschland rund 60 Millionen Mobilfunkgeräte ungenutzt herum. Das entspricht einer Menge von 105 Tonnen Zinn und 1.100 Tonnen Aluminium. Diese Rohstoffe müssen verwertet werden. Alba bietet nun an, dass die Kunden Ihre Handys einfach in einen Briefumschlag stecken und an das Unternehmen kostenlos senden. Im Februar sind so bereits mehr als 2.000 Handys eingetroffen.

 

Viel Schrott auf den Verwertungshöfen stammt von den Schrottsammlern aus der Umgebung. Diese sind immer auf der Suche nach ausgedienten Geräten die Sie auf dem Sperrmüll oder über Anzeigen finden. Leider gehen diese Geräte auch häufig in den illegalen Export und somit eben die wertvollen Rohstoffe verloren. Aber die Händler können hiermit mehr verdienen. Auch dies muss in Zukunft unterbunden werden.